Komplementärwährung
Als Komplementärwährung bezeichnet man eine duale Währung innerhalb eines Landes. Neben den für Forex Trading relevanten Formen von Devisen in Geldform gibt es auch duale Währungssysteme, die neben der eigenen Landeswährung ohne eine zweite Währung in Geldform auskommen und auf eine alternative Zweitwährung setzen.
In der Regel kommt diese Form der Komplementärwährung in besonders armen Ländern zum Einsatz, in denen durch eine hohe Kluft zwischen armen und reichen Menschen die eigene Landeswährung an Bedeutung verliert. Die aus diesen massiven sozialen Unterschieden resultierende Unzufriedenheit beim Volk führt in der Regel zu weitreichenden wirtschaftlichen Problemen, Unruhen und Aufständen. Um ein starkes Abschwächen der eigenen Landeswährung einzudämmen, wird eine Komplementärwährung eingeführt, die den sozialen Abstieg des Landes stoppen soll und dafür sorgt, dass sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert.
Die wohl bekannteste Komplementärwährung ist der US-Dollar, der lange Zeit als stärkste Währung galt. Durch die Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene Kursabwertung des Dollars verliert der Dollar immer mehr an Bedeutung als Alternativwährung. Dennoch wird der US-Dollar in vielen Ländern trotz des starken Euro auch heute noch als Komplementärwährung gehandelt.
Das folgende Praxisbeispiel zeigt, wie eine Komplementärwährung die wirtschaftliche und soziale Stabilität in einem Land über einen langen Zeitraum fördert. Außerdem sieht man hier, dass es auch nicht-monetäre Formen der Komplementärwährung gibt.
Komplementärwährung – Praxisbeispiel: Banjar auf Bali
Banjar, so die Zeitwährung auf Bali, die im Jahre 914 erstmals schriftlich fixiert wurde, beschreibt eine Komplementärwährung auf Bali. Hierbei wird neben den Geldeinheiten (indonesische Rupien) die zeitliche Arbeit, die für das Erledigen von gemeinnützigen Arbeiten aufgewendet wird, als Komplementärwährung gehandelt.
Diese Arbeitszeit wird bei regelmäßig stattfindenden Ratsversammlungen öffentlich festgelegt und bildet neben der eigenen Währung die Grundlage zur finanziellen Planung und Durchführung von kommunalen Projekten.
Der zeitliche Aufwand, den ein Mitglied der Gemeinde aufbringen muss, um ein Projekt voran zu bringen, wird dabei höher gewertet, als die finanzielle Unterstützung der kommunalen Aufgabe in Landeswährung. Grund für die höhere Bewertung der eigenen Arbeitszeit gegenüber finanziellen Mitteln ist, dass durch die Zusammenarbeit das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt innerhalb der Kommune stärker gefördert wird. Wer sich der gemeinschaftlichen Arbeit an Gemeindeprojekten entzieht, muss damit rechnen, aus der Gemeinde ausgegrenzt zu werden.
Armen Menschen kommt diese Form der dualen Währung zugute, da diese durch den Einsatz eigener Arbeitskraft innerhalb Ihrer eigenen Gemeinschaft Ihr Einkommen aufbessern können. Banjar ist somit auch eine Form der finanziellen Unterstützung für Bedürftige und verringert die soziale Kluft zwischen armen und reichen Mitgliedern der kommunalen Gemeinde..
Trotz der Tatsache, dass Bali in den letzten Jahren zu einer populären Tourismus-Destination geworden ist, wird diese Tradition gegenüber anderen Kulturen, in denen der Tourismus traditionelle, kulturelle Gepflogenheiten verdrängt hat, weiter gepflegt.
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